Die Beaufort-Skala erklärt: Windstärken von 0 bis 12
„Windstärke 6, in Böen 8“ hört man im Küstenwetter. Dahinter steckt die Beaufort-Skala, benannt nach dem Seeoffizier Francis Beaufort. Sie teilt den Wind in zwölf Stufen ein.
Die Stufen im Überblick
Bei Stärke 0 herrscht Stille. Stärke 3 ist eine schwache Brise, Stärke 4 eine mäßige Brise mit etwa 20 bis 28 km/h. Bei Stärke 6, einem starken Wind mit rund 39 bis 49 km/h, werden Schirme schwer zu halten. Stärke 8 ist ein stürmischer Wind mit 62 bis 74 km/h, Stärke 10 ein schwerer Sturm und ab Stärke 12 sprechen wir von Orkan, ab etwa 118 km/h.
Wind lässt sich sehen
Die Skala wurde ursprünglich aus Beobachtungen abgeleitet: Wie sehen Wellen aus, wie bewegen sich Blätter und Äste, steigt Rauch gerade auf? An Land hilft das weiterhin, wenn kein Messgerät zur Hand ist. Auf dem Wasser zeigt sich der Wind an der Wellenform und an Schaumkronen.
Knoten, km/h und Meter pro Sekunde
Im Wetterbericht tauchen verschiedene Einheiten auf. Ein Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde, das sind etwa 1,85 km/h. Wer Zahlen umrechnen möchte, findet eine Tabelle praktisch, die alle Einheiten nebeneinanderstellt.
Die Stufen genauer: woran du sie erkennst
- Stärke 1 bis 2: Leichter Zug bis leichte Brise. Rauch weicht leicht ab, Blätter rascheln, auf dem Wasser zeigen sich kleine Kräuselwellen.
- Stärke 3 bis 4: Blätter und dünne Zweige bewegen sich ständig, auf dem Wasser entstehen erste Schaumköpfe. Papier wird aufgewirbelt.
- Stärke 5 bis 6: Kleine Bäume schwanken, Wellen bilden deutliche Schaumkronen. Ein Schirm lässt sich nur mühsam halten.
- Stärke 7 bis 8: Ganze Bäume bewegen sich, Gehen gegen den Wind wird anstrengend. Auf See ist die Wellenhöhe schon deutlich.
- Stärke 9 bis 12: Zweige brechen, Schäden an Häusern sind möglich, die See ist stark aufgewühlt. Das sind Bedingungen, bei denen du dich in Sicherheit bringst.
Böen und Mittelwind nicht verwechseln
Im Wetterbericht steht oft ein Mittelwert, ergänzt um Böen. „Stärke 6, in Böen 8“ heißt: Der Wind weht im Schnitt mit Stärke 6, kurzzeitig aber deutlich kräftiger. Wer nur die erste Zahl liest, unterschätzt, was im Moment einer Böe an Kraft wirkt. Plane also immer mit den Böenwerten im Hinterkopf.
Schritt für Schritt: eine Wettermeldung lesen
- Suche die angegebene Windstärke und die Einheit.
- Rechne bei Bedarf in die Einheit um, die du kennst.
- Achte auf die Windrichtung und darauf, ob sie sich im Tagesverlauf ändert.
- Lies den Böenwert und die Wellenhöhe, falls sie angegeben sind.
- Gleiche das Ergebnis mit deiner eigenen Erfahrung und deinem Vorhaben ab.
Typische Missverständnisse
Viele denken, Stärke 12 sei die höchste denkbare Windgeschwindigkeit. Tatsächlich endet die klassische Skala dort, es gibt aber stärkeren Wind. Ein weiteres Missverständnis: Gleiche Windstärke fühlt sich an Land und auf dem Wasser unterschiedlich an, weil Wellen und fehlende Hindernisse den Eindruck verändern. Und kleine Zahlenunterschiede wirken sich nicht linear aus; schon eine Stufe mehr bringt spürbar mehr Kraft.
Merkhilfen für den Alltag
- Hänge eine Tabelle sichtbar in die Nähe des Arbeitsplatzes oder der Kajüte.
- Lerne zuerst nur die Stufen 3, 6, 8 und 10 und leite die übrigen daraus ab.
- Prüfe bei jedem Spaziergang an der Küste, welche Stufe du gerade vor Augen hast.
Dein Einstieg in drei Minuten
Beobachte bei deinem nächsten Spaziergang Bäume, Flaggen und Wasserfläche, schätze die Stufe und vergleiche sie danach mit dem Wetterbericht. Schon nach wenigen Versuchen entwickelst du ein Gefühl für die Zahlen.
Wichtiger Hinweis
Die Skala dient der Orientierung und Bildung. Für Entscheidungen auf dem Wasser zählen immer aktuelle amtliche Wetter- und Seewetterberichte und die eigene Erfahrung.
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Allgemeine Informationen zur Bildung, kein Ersatz für amtliche Wetterberichte.